Was in der Zeitung stand

Theater Ludus zeigt Klassiker in der Citykirche

7. März 2018

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Jeder spielt eine Hauptrolle

KirchenZeitung Ausgabe 11/2018

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Der Beifall für "Die lustigen Weiber von Witzerath" will kein Ende nehmen

5. März 2018

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Spiel im Spannungsfeld

Theater Ludus macht Aachens Kirchen zu seiner Bühne

40/2017

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Schöpfung im Spiegel der Satire

13. März 2017

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Theater Kunterbunt präsentiert turbulente Komödie

13. Februar 2017

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Der "Brandner Kaspar" kommt auf die Bühne der Jülicher Stadthalle

3. November 2016

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Erfolgreiches Theaterprojekt: Die Integration steht hier im Rampenlicht

02. Juli 2016

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Menschen mit und ohne Handicap im Theater Kunterbunt

27. Januar 2016 

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Aachener Filmprojekt: Spannende Stunden im "Werk"  - 17. Juli 2015

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Inklusives Theaterprojekt - Theater Kunterbunt spielt: "Was ist denn bloß in Widdau los?" Eifeler Nachrichten vom 2. Februar 2015

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Straßentheater - Projekt:" Unser täglich Brot... für die Tonne?"

Aachener Nachrichten 29. September 2014

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Eifeler Zeitung, 10.02.2014 - Theaterprojekt entführt in eine geheimnisvolle Welt

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„Das letzte Abendmahl“ mitten in Aachen

Auf die Botschaft Jesu aufmerksam machen und die Neugier der Passanten

wecken: Das war das Ziel des Straßentheaterprojekts „Das letzte

Abendmahl“. 13 Schauspieler stellten dabei das berühmte Gemälde Leonardo

da Vincis dar.

Den Artikel finden Sie im Internet hier!

AN, 07.01.2013 - Komödie „Die Vögel“: Frustrierte Griechen suchen bessere Welt

von Harry Hellring - zum Artikel geht es hier.

AZ, 01.07.2012 - Der Froschkönig in neuer Fassung

Eschweiler. Die Uraufführung des Theaterstücks «Als die Prinzessinnen von Zuhause wegliefen» ging am Samstag im Martin-Luther-Haus über die Bühne. Im Rahmen eines Theaterworkshops des Familienzentrums Jahnstraße entwickelten Kinder und Erwachsene aus dem betreuten Wohnen der «Caritas» und «Mittelpunkt» das Theaterstück zusammen mit der Theaterpädagogin Ingried Wiederhold. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

AZ, 26.11.2010

Kirchenzeitung, Ausgabe 39-2010

Achterbahn  zur  Grenze  von  Leben  und  Tod

Das Theater Tacheles bringt mit „Ein Augenblick vor dem Sterben“ von Sergi Belbel erstmals ein tragisches Stück auf die Bühne der Klangbrücke im alten

Kurhaus. Absichtlich hat die Regisseurin einige komische Elemente eingebaut.

Von unserem Mitarbeiter Sven Trantow

AACHEN.  „Ich glaube, sie wollten die Herausforderung mal annehmen“, beschreibt Regisseurin Ingrid Wiederhold die Motivation ihrer Schauspieler vom Theater Tacheles. Zum ersten Mal seit der Gründung 1999 präsentiert der Verein ein tragisches Stück in der Klangbrücke im alten Kurhaus: „Ein Augenblick vor dem Sterben“ des Katalanen Sergi Belbel.

Schon zu Beginn lässt Wiederhold keinen Zweifel, auf was sich der Zuschauer in den nächsten knapp drei Stunden einzustellen hat: „Sterben“ malt eine unsichtbare Hand auf die weiße Leinwand, die sich vom Bühnenbild abhebt. Doch die grüne Schrift verheißt Hoffnung – auf eine zweite Chance. In sieben nur scheinbar unabhängigen Szenarien spielt Sergi Belbel mit der Grenzlinie zwischen Leben und Tod; spielt mit jener Linie, die dem Lebenden derart wichtig ist, dass ihre Flüchtigkeit sein Begreifen übersteigt. 

Egal ob der schreibgehemmte Drehbuchautor (Tobias Valtinat), der beratungsresistente Fixer (Richard Gutermuth), die zu Tode erzogene Tochter (Ramona Graf) oder die lungenkranke Nervensäge (ebenfalls Tobias Valtinat) – sie alle unterliegen dem Schein der so ephemeren Sicherheit ihres Alltagslebens. Und ebenso wie die verwirrte Obdachlose (Elisabeth Booi), der Motorradfahrer (ebenfalls Richard Gutermuth) und die wohlhabende Familienmutter (hervorstechend: Gertraude Dörre) haben sie alle bereits mit einem Bein die Grenze zum Tod überschritten.

Für Wiederhold ist das Stück die vierte Regiearbeit mit dem Tacheles-Ensemble. Trotz der eher harten Kost wollte sie keineswegs gänzlich auf Komik verzichten: „Natürlich habe ich absichtlich einige komische Elemente eingebaut“, erklärt die Theaterpädagogin. So schwankt die Bühne zwischen Tragik und Komik ebenso wie zwischen Leben und Tod. „Ein Augenblick vor dem Sterben“ wird zur Achterbahnfahrt der Gefühle, und der Zuschauer weiß nicht immer, ob er freudig, angewidert oder verängstigt sein soll – ein Wechselspiel, bei dem auch die Schauspieler bisweilen an ihre Grenzen stoßen.

Daher sind es gerade die eindeutigen Momente, die zu den stärksten zählen. So, wenn Cengiz Turan als (fast) kaltblütiger Killer mit De-Niro-Blick die letzten Minuten seines flehenden Opfers (Gertraude Dörre) anzählt. In ihrer Todesangst und der aufgezwungenen Suche nach Gott weckt die heraus-ragende Dörre den kollektiven Wunsch nach Veränderung des Unausweichlichen.

Es ist der Zuschauer selbst, der die Geschehnisse umdrehen will und so den zweiten Teil des Dramas einläutet. In umgekehrter Reihenfolge der Szenarien lässt Wiederhold Schicksal und Handlungen der Menschen zusammenfließen.

Was entsteht, ist ein gigantisches soziales Netz, in dem jede kleinste Regung des scheinbar Unbedeutenden über das eigene Leben zu entscheiden vermag.

Aachener Zeitung, 31. Oktober 2007 


„Ausklang“ in St. Foillan

Neue Reihe mit drei Veranstaltungen und Musik

Aachen. Mit dem Stück „Weihnachten im September“ startet am Mittwoch, 29. November , um 20 Uhr in St. Foillan die Veranstaltungsreihe „Ausklang“. Die von Ingrid Wiederhold inszenierte turbulente Persiflage lässt nachdenken über das vorweihnachtliche Treiben. Eingebettet ist sie in  die harmonischen Klänge gregorianischer Musik von der Schola Cantorum St. Foillan. Der zweite Abend (6. Dezember) führt mit Szenen aus Bölls Satire „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ die Sinnentleerung von Ritualen vor Augen. Eine szenische Collage kreist am dritten Abend (13. Dezember) um das Gedicht „Die festliche Stunde“von Rose Ausländer.

Umrahmt werden die Aufführungen der letzten beiden Abende vom Gospelchor „Sound’n Soul“. Der Eintritt ist frei.

AZ  28.11.2006


Schwierige Balance zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit

Gelungene Premiere des Theater Tacheles mit „Mr. Pilks Irrenhaus“

Die Klangbrücke im Alten Kurhaus lockt Theaterbegeisterte mit einem neuen Programm: „Mr. Pilks Irrenhaus“ ist eine Komposition kleiner Dramen, die das noch junge Aachener Ensemble „Theater Tacheles“ am vergangenen Freitag zur Premiere vorstellte und die all jene erfreuen dürfte, die das kleine, feine, individuelle Theater mögen und Lust auf eine gelungene Mischung aus Komik, Tragik und Realität haben.

Ken Campbell, englischer Schauspieler und Regisseur schrieb in den siebziger Jahren eine Serie von kurzen Dramen über alltägliche und nichtalltägliche Dinge des Lebens und fügte sie zusammen unter dem Titel „Mr. Pilks Irrenhaus“, womit er nichts anderes meint, als die ganz normale Welt, die ihn und uns umgibt. Er weigert sich, seine Geschichten als „Sketche“ bezeichnen zu lassen, weil sie mehr sind als das.

16 Episoden

Diese 16 Episoden sprengen die Grenzen zwischen Normalität und Irrsinn, vermischen Realität und Phantasie. Die einzelnen Szenen dauern nicht länger als vier Minuten, sind voneinander unabhängig, jedoch eingefügt in einen alles erklärenden Rahmen.

Wen beschreibt Campbell eigentlich  durch die Typen in seinem Irrenhaus? Sind es die Randfiguren, die ein bisschen komisch vom Mittelfeld abweichen? Sind es die Weggerutschten oder schon Versunkenen? Nicht nur. Hinter seinen Personen steckt die Einsicht, dass alles und jedes sowohl real, als auch unsicher, absurd, verrückt, haltlos, hinterfragbar ist. Alles klar? Also, nehmen wir einmal an, da ist ein Tisch, eine Platte, getragen von vier Beinen. Diese müssen dreißig Zentimeter lang sein. Oder wenigstens achtundzwanzig. Was ist, wenn man sie absägt? Ist das dann immer noch ein Tisch? Das Leben ist nicht einfach, mancher Gedanke lässt den Intellekt kapitulieren. Es macht Spaß, sich auf solche Spielchen einzulassen – zumindest als Zuschauer. Die Balance zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn schwebt lustvoll und harmonisch auf der Bühne, während der Zuschauer irgendwie selbst entscheiden muss, wie er sein eigenes Gleichgewicht von Absurdität und Echtheit hält.

Party bei Freunden

Regie in „Mr. Pilks Irrenhaus“ führt Ingrid Wiederhold, Theaterpädagogin und professionelle Beraterin im Hintergrund. Das Theater Tacheles e.V. wurde im Jahr 2001 von verschiedenen Theaterbegeisterten gegründet, die im richtigen Leben ganz „normalen“ Berufen nachgehen. Als Krankenschwester, Apothekerin, RWTH-Mitarbeiter oder Student macht es ihnen Spaß, „in der Welt der darstellenden Künste mitzumischen“, wie es im Programmheft heißt – und das gelingt ihnen auch wirklich gut.

Während des gesamten Abends fühlt sich der Zuschauer fast wie auf einer Party bei guten Freunden. Theater Tacheles spielt engagiert, lebendig, aus vollem Herzen. Nicht perfekt, dafür aber absolut begeistert, natürlich, fröhlich. Und das genau schafft diese individuelle Theater-Atmosphäre, in der man gern länger bleiben möchte.

AN 29.05.2006von Ute Wendler


Untertage wartet das Abenteuer

Proben laufen auf Hochtouren: Theater-AG der GGS Kellersberg tritt mit dem Stück „Die acht Freunde und das Geheimnis von Kellersberg“ im Mörgens auf.

Nordkreis. „Ich hab’ totales Lampenfieber. Das ist so schlimm, dass mir fast schon ein wenig schlecht ist“, sagt Burak Yildirim. Und seine Schulkameraden nicken alle zustimmend in die Runde. Aufregend ist es, ein eigenes Theaterstück auf die Beine zu stellen und dann auch noch direkt die Premiere auf der großen Bühne im Aachener Mörgens zu feiern. Der Vorhang für die Theater-AG der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Kellersberg hebt sich im Rahmen der 4. Schultheatertage der Region Aachen am Donnerstag, 11. Mai, 11 Uhr. Dann feiert die Truppe, die aus Schülern des dritten und vierten Schuljahres besteht, Premiere mit „Acht Freunde und das Geheimnis von Kellersberg“. „Das wird ganz schön aufregend“, freut sich Lynn Schillings. „Aber bestimmt auch anstrengend“, wirft Dilara Ciftci ein. Das Thema der Geschichte war schnell gefunden: Eine geheimnisvolle Abenteuergeschichte sollte es werden. 

Und wo sollte sie spielen? Natürlich in Alsdorf, auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Anna. Denn unter der Erde ist es ganz schön gruselig und abenteuerlich. Und die Helden des 40-minütigen Stücks sind selbstverständlich die Kinder. „Zuerst wollten wir elf Freunde spielen, aber für eine echte Abenteuergeschichte sind auch noch ein paar andere Charaktere wichtig“, erzählt Burak. Und so schlüpft Matthias Zajcev in die Rolle des Oberschurken „Herr Ständiggesucht“ und Freike van der Lee spielt seine Diebeskomplizin „Frau Traurig“. „Die bösen Schurken zu spielen, macht wirklich Spaß“, erzählt Matthias, der sich schon hinter seiner schwarzen Maske versteckt hat, die in der nächsten Szene zum Einsatz kommt. Ein Drehbuch gibt es nicht.

Improvisationstalent ist gefragt. „Aber sich selbst etwas auszudenken, ist viel einfacher, als einen Text auswendig zu lernen“, lacht Saskia Pagen. Das macht die Faszination einer weitgehend improvisierten Abenteuergeschichte aus. Das Strickmuster ist einfach: Es geht um Freundschaft, Abenteuer und Geheimnisse. Hier sind die Kinder die Helden: Mutig, stark, schlau und nicht zuletzt den Erwachsenen ein Stück voraus. „Die Interessen der Kinder werden berücksichtigt. Sie können sich so besser einbringen“, betont die Theaterpädagogin Ingrid Wiederhold, die die AG leitet. 

Aachener Zeitung  /  5. April 2006


Den apokalyptischen Reitern auf der Spur

Ein spannendes Programm in der Citykirche

Aachen.   Rauchschwaden, die Kanzel in rotes Licht gehüllt und von ihr herunterblickend: Gevatter Tod. Halloween anders, hatten die Organisatoren angekündigt. Und den Besuchern der Citykirche St. Nikolaus wurde am Sonntagabend nicht zu viel versprochen.

Ab halb neun begaben sich die zahlreichen Gäste in dem alten gotischen Bau auf die Spuren der apokalyptischen Reiter. „Nachtwandler“ hieß die Veranstaltung und bestand aus vier Elementen. Zu Beginn wurde ein kurzes Theaterstück unter der Leitung Ingrid Wiederholds aufgeführt. Anschließend luden die Veranstalter zum Gespräch, bei dem das Thema selbstverständlich die Apokalypse war. Hiernach konnten die Gäste an einer Kunst-Aktion teilnehmen und düstere Halloween-Masken basteln. Gegen Mitternacht fanden Nacht-Gesänge statt und jeder Interessierte wurde zum Mitsingen angehalten.

Obgleich alle vier Veranstaltungsteile regen Beifall und starke Beteiligung ernteten, war es doch das Theaterstück zu Beginn, das seine Besucher in den Bann des Halloweenabends zog. Surreale Stimmung stellte sich sogleich ein, als der Tod zusammen mit anderen Gestalten der Unterwelt auf den steinernen Böden der Kirche auftauchte und durch das hallende Kirchenportal unerbittlich rief: „Ich komme immer. Zu jedem einzelnen von euch!“

Untermalt wurden die apokalyptischen Szenen durch passende, mal eindringliche dann fast wieder beschwingte Musik. Die Tanzeinlagen der Unterwelt-Geschöpfe fielen besonders durch ihre starren Bewegungen auf und sorgten für Befremdlichkeit des Zuschauers, die zu wecken eindeutig Intention der Aufführenden war.

Gesellschaftskritische Momente dürften bei dieser Aufführung nicht fehlen. Da wurde „Irak“ und „Sudan“ durch das Gotteshaus geschrieen und schallte wie verbaler Schandfleck durch die hohen Gemäuer der Kirche. „Zwar wurde das Stück gewöhnungsbedürftig umgesetzt, aber die Botschaft ist einwandfrei auf die Zuschauer übergeschwappt und hat jeden zum Nachdenken gebracht“, so Jan Christoph, der an diesem Abend in der Citykirche zu Gast war.

In der Tat muss das Theaterstück auf die Besucher gewirkt haben, denn bei der gemeinsamen Diskussion, dem Basteln sowie Singen waren sie umso dynamischer beteiligt. „Halloween anders“ war daher in der Citykirche viel mehr als eine bloße Werbefloskel.

Aachener Zeitung / 2. November 2004  /   von Anna Gielas


Von giftigen Früchten der Ruhmsucht

Uralter Stoff brandaktuell: „Theater St. Alfons“ zeigt „Cenodoxus“ in St. Peter

Aachen.   Seine ursprüngliche Aktionsstätte, die Jesuitenkirche an der Lothringer Straße, hat vor einem knappen Jahr die Pforten dicht gemacht  -  jetzt aber meldet sich das Aachener „Theater St. Alfons“ mit einer Aufführung in St. Peter zurück. Am Samstag, 18. März , 20 Uhr, zeigt das Ensemble in der Inszenierung von Ingrid Wiederhold noch einmal „Cenodoxus“, eine ebenso tief gründende wie makaber-turbulente Parabel über „die Ruhmsucht als Wurzelboden alles Bösen“, wie die Regisseurin es formuliert.

Seit die Bühnentruppe vor rund vier Jahren auf Initiative der freien Theaterpädagogin und des ehemaligen Leiters von St. Alfons, Pater Benedikt Lautenbacher, gegründet wurde, hat sie sich vor allem um die Neubelebung des so genannten Jesuitendramas verdient gemacht. „Cenodoxus“, vom Aachener Ensemble bereits vor zwei Jahren im Rahmen der „Nacht der Offenen Kirchen“ in St. Adalbert aufgeführt, gilt als klassisches Exemplar der Gattung. „Diese Bühnenform, die von je her eine wichtige Rolle in der schulischen Arbeit der Jesuiten gespielt hat, ist nicht zuletzt als Antwort auf die Reformation entstanden; fast immer geht es um den ewigen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen“, erläutert die Regisseurin.

So auch in Jakob Bidermanns Tragikomödie, die 1602 uraufgeführt wurde und deren Titelheld nicht von ungefähr nach dem lateinischen Wort für „Ruhmsucht“ benannt ist. Als eines der wenigen Jesuitendramen wurde das Werk 1635 in Knittelverse übersetzt  -  und nun vom Aachener Ensemble in eine nicht nur sprachlich moderne, teils improvisierende Fassung verwandelt. Es erzählt von einem bestens etablierten Pariser Arzt, der im faustischen Kampf mit den teuflischen und himmlischen Mächten am Ende doch Opfer seiner Selbstliebe und seines grenzenlosen Geltungsdrangs wird. Der schaudernden Nachwelt berichtet die gefallene Seele des Cenodoxus am Ende, welche Qualen sie in der Hölle zu erleiden hat. „Wir wollen den Zuschauern einen Spiegel vorhalten, ohne zu moralisieren“, sagt die Regisseurin. Denn in ihrem Kern sei die Geschichte allemal brandaktuell: „Schließlich gibt es bis heute in fast allen Bereichen Gestalten, die allerhand mit dieser Figur gemeinsam haben, oder?“

Aachener Zeitung  /  9. März 2006   /  (mh)


Mord während der Hochzeitsreise

Theater Tacheles spielt Agatha Christies „Tod auf dem Nil“ in der Klangbrücke

Aachen.   Es sollte eigentlich eine romantische Hochzeitsreise werden. So hatte es sich zumindest die ebenso reiche wie schöne Gutsherrin Kay gewünscht. Auf einer Nilkreuzfahrt wollte sie sich mit ihrem frisch angetrauten Gatten Simon von allen Strapazen erholen. Und die Strapazen haben einen Namen: Jacqueline de Severac. Jacky ist Simons Ex-Verlobte und Kays frühere beste Freundin in einer Person …

Viel Spannung

Mordsmäßige Spannung boten die Hobbyschauspieler des Theater Tacheles ihrem Premierenpublikum in der Klangbrücke im Alten Kurhaus. Bei dem Kriminalstück „Tod auf dem Nil“ von Agathe Christie konnte das Publikum selbst Ermittler spielen.

Wie bei den Stücken von Agatha Christie gewohnt, gibt es viele Motive, viele Verdächtige, aber nur wenige Indizien. Dass also Jacky (Viviane Fröhlich) über die Hochzeit gar nicht glücklich ist, versteht sich von selbst. Daher hat Jacky beschlossen, Kay (Natalia Merk) und Simon (Stefan Werner) die Flitterwochen zu verderben und hat sich ebenfalls auf dem Nildampfer einquartiert.

Leiche gefunden

Auch die anderen Passagiere sind alles andere als Unschuldslämmer. Die Situation zwischen Simon und seiner Ex-Verlobten eskaliert. Jacky ist in ihrem Rachewahn nicht zu bremsen. Wenig später wird Kays Leiche gefunden – erschossen in ihrer Kabine. Jacky scheidet als Hauptverdächtige aus: Sie hat ein Alibi.

Wollte der Domherr an das Geld seiner Ziehtochter? Hat der mysteriöse englische Passagier Smith (Tobias Valtinat) etwas mit dem Mord zu tun? Oder wollte sich Kays durchtriebene Zofe Louise (Ramona Graf) an ihrer arroganten Herrin rächen? Die Ermittlungen beginnen und bleiben bis zum Schluss spannend.

Ingrid Wiederhold, Theaterpädagogin und Regisseurin des Stückes, wurde von dem 2001 gegründeten Theaterverein engagiert und holte aus ihren Schauspielern das Beste heraus. Auch das Stück veränderte sie leicht. So wurde Miss Marple (Elisabeth Booi) als beobachtende Kommentatorin eingefügt.

Außerdem ziehen sich Lieder von Hildegard Knef sowie der verschleiernde Mond (Jacky) und die schöne, aber auch verbrennende Sonne (Kay) als Motive durch das Stück. Damit erlangte diese Version von „Tod auf dem Nil“ eine besondere, wenn auch skurrile Note.

Langer Beifall

„Es war mein Anliegen die Schauspieler spielerisch weiterzubringen und sie für ihre Rolle zu öffnen“, erklärt Wiederhold. Dass ihr das sehr gut gelungen ist, zeigte sich am Applaus des Publikums, das die Reihen der Klangbrücke jedoch nur zur Hälfte füllen konnte.

Aachener Zeitung  /  28. Mai 2005  /  Monika Lembke


„Freund Harveys“ Charme betört auch das Publikum

„Tacheles“ zeigt Klassiker übers berühmte Phantom

Aachen.   Theater spielen – das ist für die Darsteller des Aachener Ensembles „Tacheles“ ein vitales Herzensbedürfnis. Mit der Lebendigkeit und dem Engagement, mit dem sich die Darsteller in ihre Stücke stürzen, verstehen sie es immer wieder, ihr Publikum mitzureißen. Nicht anders verhält es sich bei Mary Chases 1944 am Broadway uraufgeführter Komödie „Mein Freund Harvey“: Den Text des Stückes, der den Akteuren viele Spielräume lässt, die Komik des Skurrilen zu entfalten, füllen die Schauspieler in der Inszenierung von Ingrid Wiederhold mit Witz und Spielfreude aus. Theaterfans können vom kommenden Donnerstag bis zum Sonntag noch einmal die Probe aufs Exempel machen – und zwar in der Klangbrücke am Bushof.

Der Regisseurin und den „Tacheles“-Aktiven gelingt es, eine muntere Charakterkomödie auf die Bühne zu bringen. Cengiz Turan haucht seinem Elwood P. Dowd, einem liebenswerten Einzelgänger von 47 Jahren, dem der Titel gebende, für den Rest der Menschheit unsichtbare Hase Harvey erscheint, viel Charme ein und macht so den schrulligen Junggesellen zu einem Typen, den der Zuschauer gern haben muss.

Die holde Weiblichkeit steht ihm in puncto Sympathiewerte in nichts nach: Claudia Peters als Psychiaterin Sanderson und Ramona Graf in der Rolle von Dowds nach Höherem strebender Nichte Myrtle Mae sorgen für Jugendfrische. Anna Maria Emons nimmt das Publikum die überdrehte Verzweiflung von Elwoods Schwester Veta wirklich ab. Und Elisabeth Booi, im Zivilberuf Apothekerin, vermag als verschrobene Ethel Chauvenet und als Betty Chumley wirkungsvolle Akzente zu setzen – was auch Natalia Merk in der Rolle von Anwältin Oona Gaffney und als kokette Oberschwester Ruth Kelly gelingt.

Während mit Fortschreiten der Handlung immer unklarer wird, ob nun der gute Mister Dowd sich durch den unsichtbaren Hasen, den er beständig anderen Menschen vorstellt, als übergeschnappt erweist oder ob die Leute in seinem Umfeld die wahrhaft Irren sind, können sich auch die Männer auf der Bühne vorteilhaft profilieren. Tobias Valtinat und Maik Schulte jedenfalls agieren als Irrenwärter und Psychiater, dass es eine Lust ist.

Aachener Zeitung  /  24. Oktober 2006  /  (ch)